Produktionen

Das Gesamtprogramm der Festspiele 2016 ist veröffentlicht. Gern senden wir Ihnen ein kostenfreies Programmbuch zu. Bestellen Sie jetzt!


Sa., 16.07.16, 20 Uhr, Meistersingerhalle - Konzert zur Festspiel-Eröffnung 
DIE MACHT DER MUSIK

Mit Elina Garanca

Seit ihren ersten öffentlichen Auftritten ist die in Riga geborene Tochter einer Musikerfamilie ein weltweiter Inbegriff der Gesangskunst. Ihr Geheimnis – sie lebt Musik mit Leib und Seele. Ihr Programm zeigt Glucks Einfluß auf die nachfolgenden Komponisten- und Sängergenerationen, seinen Anteil bei der Entwicklung der Grand Opera und seine Bedeutung für die Romantiker des 19. Jahrhunderts.

Elina Garanca, Brno Philharmonic, Dirigent: Karel Mark Chichon

Mo., 18.07.16, 20 Uhr, Meistersingerhalle - Oper konzertant 
Niccolo Piccinni

IPHIGENIE EN TAURIDE
DEUTSCHE ERSTAUFFÜHRUNG

 

Festival der Entdeckungen: Marie Antoinette, die junge Königin Frankreichs, holte Gluck 1774 nach Paris, wo er mit seinen Werken Erfolge feierte - aber auch heftigen Streit um die Zukunft der Oper auslöste. Glucks Gegner engagierten den Italiener Niccolò Piccinni (1728–1800), ein heute hierzulande zu Unrecht weitgehend Unbekann­ter, dessen 1781 in Paris uraufgeführte „Iphigenie"  Gluck alt aussehen lassen sollte. Mitnichten: Die Kontrahen­ten schufen nach dem gleichen Sujet zwei Meisterwerke.

Musikalische Leitung: Wolfgang Katschner
Dramaturgie: Christian Baier
Iphigenie: Claudia Sorokina
Oreste: Frederik Cornille
Pilade: Benedikt Kristjansson
Thoas: Jean-Vincent Blot
Diane: Pauline Courtin
Berliner Vocalconsort
Camerata Salzburg

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Di., 19.07.16, 19:30 Uhr, Kath. Kuratie Mariä Heimsuchung, Erasbach
GLUCK DER EUROPÄER & DER KLANG DES 18. JAHRHUNDERTS

Nicht erst seit Virtuosen im frühen 19. Jhd. intensiv Europa bereisten und eine Stadt nach der anderen mit Gastspielen überzogen, sondern bereits im 18 Jhd. gab es einen regen Austausch der besten Musiker über die Landesgrenzen hinweg. Wenig galt derjenige, der sich keine neuen Impulse in den bekannten Musikzentren holte. Eine erstaunliche Ausnahme ist G.B.Sammartini: er musste die
Welt nicht besuchen - die Welt kam zu ihm. In diesem Fall nach Mailand, wo ihn u.a. J.C.Bach, Mozart und Boccherini trafen.
Nachweislich sein Schüler aber wurde Christoph W.Gluck. Massgeblich beteiligt an der Entwicklung des Übergangs vom Barock zum klassischen Stils waren nicht nur IItaliener wie Sammartini, sondern auch zahllose emigrierte böhmische Musiker, wie F.X.Richter am Mannheimer Hof. Ebenfalls zu internationalem Ruhm brachte es G.P.Telemann, für den - wie auch für Gluck und Mozart - Paris eine entscheidende Rolle in seiner Wahrnehmung der aktuellen musikalischen Welt führte. Letztgenannter begegnete Gluck in seinen letzten Jahren mehrfach in Wien, beide beeindruckt vom Opernwerk des jeweils anderen. Grösste Erfolge feierte Glucks zeitgenössischer Kollege J.Haydn nicht in Wien, sondern im fernen London, das der Ältere noch aus der Zeit G.F.Händels kannte.

Das Programm wird präsentiert auf Originalinstrumenten des Tiroler Geigenbauers Jakob Stainer aus den Jahren 1659-1673.
Diese sind eine freundliche Leihgabe des Musikkollegium Winterthur.

casalQuartett
Felix Froschhammer 1. Violine
Rachel Späth 2. Violine
Markus Fleck Viola
Andreas Fleck Violoncello
 

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Di., 19.07.16, 20 Uhr, Literatushaus, Nürnberg - Tagung
SKANDALE & KONTROVERSEN

Der Pariser Opernstreit (ca. 1775) und seine Folgen

Wer um Kunst streitet, streitet um die Zukunft. Die diesjährigen Gluck Festspiele thematisieren Glucks Jahre in Paris und den Streit den er dort auslöste - erlebbar in der Werkauswahl, manchen Gegenüberstellungen und einer Tagung. Die politisch und ästhetisch turbulenten Jahre vor der Französischen Revolution und die Bezüge zur Gegenwart beleuchten die drei Wissenschaftlerinnen Dörte Schmidt, Vera Grund und Ingeborg Zechner sowie der Opernkritiker Jens Voskamp. Eine Zusammenarbeit mit der Gluckforschungstelle, Salzburg, unter Leitung von Prof. Dr. Niels Grosch.

EINTRITT FREI


Mi., 20.07. (18 Uhr), Do. 21.07. (11 Uhr), Fr., 22.07.16 (11 + 18 Uhr), Theater Mummpitz im Kachelbau

Oper szenisch / zeitgenössische Jugendoper 
Gluck/Wrongkong

T.M.A. – COMING OF AGE
URAUFFÜHRUNG

Der Trojanische Krieg ist zu Ende. Odysseus irrt auf dem Weg zurück in die Heimat zehn Jahre auf dem Meer umher. Sein Sohn Telemach macht sich auf die Suche nach ihm … Glucks frühe Oper „Telemaco“ (1765) liefert die Motive für eine sehr heutige Geschichte über das Erwachsen-Werden. Mit einem Computerspiel fängt es an und führt bald in die mythische Vergangenheit, den Sound dazu liefert die innovative Elektro-Band Wrongkong aus Nürnberg. Eine Zusammenarbeit mit Bildungsorganisationen der Stadt Nürnberg und der Hochschule für Musik.

Musikalische Leitung: Mariam Chatzaki
Inszenierung: Ulrich Proschka
Idee, Konzept, Texte, Dramaturgie: Verena Harzer
Ausstattung: Christine Knoll
Circe: Cyrena Dunbar
Astrid (Asteria): Sophia Bauer
Tobias (Telemaco): Daniel Thomas
Misha (Merione): Jakob Kreß
Kammerensemble der Hochschule für Musik, Nürnberg
Wrongkong

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Do., 21.07.16, 19.30 Uhr, Stadttheater Fürth - Tanzgastspiel
TANZzeit / tanzSTREIT: ORPHEUS / DIE GESCHICHTE VOM SOLDATEN

Zwei Choreographien des Balletts des Musiktheater im Revier, Gelsenkirchen 
Strawinskys revolutionäre Musik sorgte Anfang des 20. Jahrhunderts oft für heftigen „Streit" - entsprechend dem Motto der Festspiele 2016. Gluck und Strawinsky, zwei epochale Tanz-Erneuerer. Die beiden 2013 - für das viel­fach ausgezeichnete Ballett im Revier unter der Leitung von Bridget Breiner – entstandenen Choreografien von Cathy Marston und Ausnahmetänzer Jiří Bubeníček machen Strawinskys bis heute aufwühlende Vitalität und Einmaligkeit sinnlich erlebbar.
 
Orpheus
Choreographie und Inszenierung: Cathy Marston; Bühnenbild und Kostüme: Ines Alda; Lichtdesign: Patrick Fuchs
(Musik von Tonträger)

Die Geschichte vom Soldaten
Musikalische Leitung: Marek Šedivý; Choreographie und Inszenierung: Jiří Bubeniček; Bühnenbild: Otto Bubeniček; Kostüme: Elsa Pavanel; Lichtdesign: Patrick Fuchs
Ballett im Revier Gelsenkirchen
Direktion: Bridget Breiner
Management: Florian König
Ballettmeister: Lynne Charles, Sebastien Mari
Inspizientin: Jutta Maas
Dramaturgie: Anna Grundmeier
PKF - Prague Philharmonia
 

Fr., 22.07.16, 19.30 Uhr, Stadttheater Amberg - Tanzgastspiel
Christoph Willibald Gluck

DON JUAN /A CORPS BAROQUE
Charpentier, Lully u.a.

Gluck hat nicht nur die Oper reformiert, er gilt auch als Erfinder des Handlungsballetts. Lange bevor Mozart den spanischen Eroberer unsterblich machte, beschäftigte sich bereits Gluck mit ihm. Seit 1985 rekonstruiert die französische Compagnie de danse L’Éventail unter der Leitung der Choreographin Marie-Geneviève Massé historische Tanzformen und stellt sie modernen Arbeiten gegenüber. In originalen Kostümen und Kulissen sowie dem damals üblichen Schuhwerk (Spitzenschuhe waren noch nicht in Gebrauch!) präsentiert das renommierte Tanzensemble den Bewegungsreichtum aus den Anfängen und der Gegenwart des Balletts.

A corps baroque
Ballett von Marie-Geneviève Massé; Musik von Francois Couperin, Michel de la Barre, Marin Marais, André Dancian Philidor, Marc-Antoine Charpentier und Jean-Baptiste Lully;
(Musik von Tonträger)
Choreographie: Marie-Geneviève Massé; Kostümdesign: Olivier Bériot, Claire Niquet
 
Don Juan
Musikalische Leitung: Anton Steck; Choreographie: Marie-Geneviève Massé; Bühnenbild: Thierry Bosquet; Kostüme: Olivier Bériot; Lichtdesign: Carlos Perez; Management: Erik Lebrant; Kostümbetreuung: Mireille Hersent
Compagnie de Danse L’Éventail
Barockorchester der Hochschule für Musik Trossingen
 

Fr., 22.07.16, 20 Uhr, Stadttheater Fürth - Oper konzertant
Christoph Willibald Gluck

IPHIGENIE AUF TAURIS

Fassung von Richard Strauss
ERSTE AUFFÜHRUNG SEIT 1890


Versunkene Schätze: Siebzehn Jahre vor „Elektra“ bearbeitete der junge und noch völlig unbekannte Richard Strauss als Kapellmeister in Weimar Glucks Oper über die blutrünstige Geschichte des verfluchten Atriden-Geschlechts und brachte sie dort 1890 zur Aufführung. Die englische Sopranistin Anna Dennis, der griechische Bariton Aris Argiris, Dirigent Christoph Spering u.a. belegen eindrucksvoll das ungestüme Talent des ganz frühen Strauss.

Musikalische Leitung: Christoph Spering
Dramaturgie: Christian Baier
Iphigenie: Anna Dennis
Orest: Aris Argiris
Pilades: Steven Ebel
Thoas: Daniel Szeili
Konzertchor Nürnberg-Fürth
(Direktion: Christian Martin Gabriel)
PKF - Prague Philharmonia

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Sa., 23.07.16, 19:30 Uhr, Mainfranken Theater, Würzburg - Oper konzertant
Luigi Cherubini

IFIGENIA IN AULIDE

DEUTSCHE ERSTAUFFÜHRUNG

Noch eine Entdeckung der Festspiele 2016: Cherubini (1760–1842) kennt man heute vor allem durch sein Meisterwerk „ Medea“ von 1797. Doch auch er nahm früh Maß an seinem Vorbild Gluck und schuf 1788 seine Version des Iphigenie-Stoffs, die Glucks Gabe zur scharfen Figurenzeichnung und seinem musikalisch-drama­tischen Raffinement ebenbürtig erscheint. Die Noten dieser Kostbarkeit der Musikgeschichte galten lange als verschollen. Das Werk erklingt nun erstmals wieder seit seiner Mailänder Uraufführung. 

Musikalische Leitung: Enrico Calesso
Dramaturgie: Christoph Blitt
Ifigenia: Roberta Invernizzi
Achilli: Ray Chenez
Agamennone: Jushua Whitener
Ulisse: Polina Artsis
Erifile: Silke Evers
Arcade: Anja Gutgesell
Calcante: Bryan Boyce
 

Sa., 23.07.16, 20 Uhr, Wallfahrtskirche, Freystadt - Konzert

So., 24.07.16, 18 Uhr, St. Sebald, Nürnberg

Jean Égide Martini

REQUIEM

DEUTSCHE ERSTAUFFÜHRUNG

 

Christoph Willibald Gluck

DE PROFUNDIS

Der in Franken geborene Komponist Martini (1741–1816), zur Zeit des Ancien Regime ein hochdekorierter Staatsbeamter, fiel während der Französischen Revolution in Ungnade und lebte fortan in bitterster Armut. Kurz vor seinem Tod schrieb er ein Requiem im Gedenken an Ludwig XVI, den tragischen König der Franzosen, drei Wochen nach der Uraufführung 1816 starb Martini. Zusammen mit Glucks Chorwerk „De Profundis“ gibt dieses Konzert einen eindrucksvollen Hörblick in die Epoche vor und nach der Revolution.

Das Konzert am 23.07.16 findet im Rahmen des Martini Jubiläums der Stadt Freystadt statt. Eine Veranstaltung im Rahmen des Martini Jahr 2016 in Zusammenarbeit mit MUSICA FRANCONIA - 29. Internationale Festtage Alter Musik Nürnberg (1.7. bis 7.8.2016).

Musikalische Leitung: Wolfgang Riedelbauch
Sopran: Corinna Schreiter
Tenor: Jan Kobow
Bass: Markus Simon
Festivalchor Musica Franconia
Barockorchester La Banda 

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So., 24.07.16, 18 Uhr, Orangerie, Ansbach - Konzert
RIDENTE LA CALMA

Mit Valer Sabadus

Gleich zwei Mal tritt der junge Star der Counter-Szene bei den Festspielen 2016 auf: Valer Sabadus erweckt mit seinem erfolgreichen Konzertprogramm „Ridente la calma“ die Musik des Spätbarocks zu neuem Leben. Neben Mozart-Arien nimmt er sich der herausragenden Qualitäten heute fast vergessener Kompositionen des Böhmen Josef Mysliveček (1737–1781) und des Italieners Antonio Sacchini (1730–1786) an. Hier zeigt sich ein 18. Jahr­hun­dert voll origineller Querdenker, die die großen Umbrüche Europas früh vorwegnehmen.

Valer Sabadus, Countertenor
recreationBAROCK
Michael Hofstetter, Dirigent

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Di, 26.07.16, 20 Uhr, Markgrafentheater Erlangen - Oper szenisch
Christoph Willibald Gluck

ORFEO ED EURIDICE (Parma-Fassung)

DEUTSCHE ERSTAUFFÜHRUNG

Glucks bis heute größter Opern-Hit: Der antike, hochbegabte Singer-Songwriter Orpheus betört das Reich der Toten, entreißt ihm seine geliebte Frau und muss sie zum zweiten Mal verlieren. Erstmalig seit 1769 ist bei den Festspielen 2016 Glucks Orpheus-Neufassung für den italienischen Markt zu erleben. Der Countertenor Valer Sabadus, der Dirigent Michael Hofstetter und das innovative und vielgepriesene Kabinetttheater Wien wagen 247 Jahren nach der Uraufführung eine szenische Wiederbelebung.

Musikalische Leitung: Michael Hofstetter
Inszenierung: Thomas Reichert
Bühne, Puppendesign: Julia Reichert
Dramaturgie: Christian Baier
Orfeo: Valer Sabadus
Euridice: Tatjana Miyus
Amor: Tanja Vogrin
Kabinetttheater (Wien)
recreationBAROCK (Graz)
Vocalforum Graz (Einstudierung: Franz M. Herzog)

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Mi., 27.07.16, 20 Uhr, Reitstadel Neumarkt - Konzert
GLUCK & SCHUBERT  

KONZERT-PREMIERE

Mit Daniel Behle

Als der junge Franz Schubert erstmals Glucks „Iphigenie auf Tauris“ hört, beschließt er, Opern zu komponieren. Erfolg war ihm damit zu Lebzeiten nicht beschieden, und dennoch: Gluck inspirierte Schubert stets aufs Neue. Daniel Behle und das Linzer L’Orfeo Barockorchester unter Leitung von Michi Gaigg stellen erstmalig für die Festspiele 2016 bekannte und unbekannte Meisterwerke der beiden Komponisten in einem musikalischen Aus­nahmeprogramm gegenüber.

Daniel Behle, Tenor
L’Orfeo Barockorchester (auf Originalinstrumenten)
Dirigentin: Michi Gaigg

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Fr., 29.07., 20.00 Uhr, Histor. Rathaussaal, Nürnberg
SKANDAL & TRADITION

Strawinsky "Le Sacre du Printemps" / Tanejew Klavierquintett op. 30

Das eine war einer der größten Skandale der Musikgeschichte, das andere ragt als verspätete Romantik in dieselbe Zeit hinein. Während die Pariser Uraufführung von Strawinskis "Le sacre du printemps" am 29.Mai 1913 in tumultartigen Szenen endete, scheint für Sergej Tanejew auch zehn Jahre danach noch eine andere Zeitrechnung zu gelten. Der Tumult - vergleichbar mit heutigen Rock- oder Punk-Konzerten - entstand hingegen keineswegs aus ekstatischer Zustimmung, vielmehr brachen sich entrüstete Ablehnung und der erbitterte Kampf zweier Zeitalter in Verriss und Zustimmung Bahn. Ein Beben, das fast schon den Beginn des großen Krieges von 1914 vorwegnehmen wollte. Es markierte nach den Wiener Neuschöpfungen des Kreises um Arnold Schönberg aber auch den Beginn einer weiteren Avantgarde. Sie sollte - auch in der weltanschaulichen Instrumentalisierung gegen die Wiener Schule und umgekehrt - den Verlauf des gesamten Jahrhunderts prägen. Fast verschreckt stellen wir heute nur fest, welch existenzieller Gehalt in der Kraft, ihrem Rhythmus, der polytonalen Struktur dieser gewaltigen Partitur steckt.
Tanejews Musik ist anders, sucht nicht den Bruch sondern betont die Kontinuität, gilt gar als die eines "russischen Brahms'". Polyphonie, Stimmenvielfalt, Länge, dynamische Bandbreite betonen immer die Verbindung zur Tradition und werfen nie ihre zugrunde liegende Tonalität wirklich über Bord. Sein Ansatz ist das Scharnier des Verständnisses was - von Tschaikowski kommend - sich bis in die Generation seiner Studenten Gliere, Mjaskowski, Skrjabin, ja im Grunde bis Prokofjew und Schostakowitsch erstreckt. Viele Weiterungen hat man in Europa davon gar nicht als westlichen Entwicklungen ebenbürtig wahrgenommen. Nicht zuletzt hat die Sowjetunion hier lange eine politisch motivierte Auslese vorgenommen.
Beiden Werken gemeinsam ist die fulminante Dominanz einer künstlerischen Meisterschaft. Einer Meisterschaft, die in ihrem Umfeld der ersten zwanzig Jahre des vergangenen Jahrhunderts in unglaublicher Breite und Vielfalt daherkommt. Einer Zeit eben, in der Kunst noch wirkliches Leben bedeutete und nicht zum Ornament degradiert war.

Leipziger Streichquartett
Conrad Muck, 1. Violine
Tilmann Büning, 2. Violine
Ivo Bauer, Viola
Matthias Moosdorf, Violoncello
Christian Stier, Schlagzeug
Olga Gollej, Klavier

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Fr., 29.07. und Sa., 30.07.16, jeweils 20.30 Uhr, Freiluftbühne Berching - Oper szenisch
Christoph Willibald Gluck

IL PARNASO CONFUSO

PREMIERE (im Rahmen des "Barocken Juli“, Berching)

Die Nürnberger POC, Deutschlands ältestes freies Musiktheater, überrascht immer wieder mit spielerisch-ironischen Opernproduktionen an ungewöhnlichen Orten. Diesmal: Der Himmel steht Kopf! Die trägen Musen Melpomene, Euterpe und Erato sollen, getrieben vom aufgekratzten Apollo, in kürzester Zeit ein musikalisches Meisterwerk vollbringen. Zur Uraufführung 1765 in Wien waren alle Rollen mit Angehörigen aus dem Haus Habsburg besetzt – Glucks Partitur, die vom POC-Leiter Franz Killer ganz neu instrumentiert wird, zeigt dabei ein mit enormem Musiktalent und Können gesegnetes Herrschergeschlecht. Als Regisseur dieses selten aufgeführten Gluck-Juwels kehrt POC-Gründer Peter Beat Wyrsch nach Nürnberg zurück.

Eine Koproduktion mit den Gluck Freunden im Rahmen vom Themenmonat „Barocker Juli“ Berching.

Pocket Opera Company POC (Nürnberg)
Musikalische Leitung und Bearbeitung: Franz Killer
Regie: Peter Beat Wyrsch
Ausstattung: Evelyn Straulino
Dramaturgie: Florian Reichart
Technik: Stelian Pop, Max Mönch