Zeitkultur / Streitkultur

Mit heißen Köpfen ...

... und brennenden Herzen stritten Künstler, Philosophen, Staatsmänner, Freigeister und Wissenschaftler im 18. Jahrhundert über die Zukunft.

Meinung gegen Meinung!

In aller Öffentlichkeit und unter Beteiligung der florierenden Medienlandschaft ging es um Fragen einer neuen Gesellschaftsordnung, um die Standortbestimmung des Individuums, um Einsicht und Erkenntnis, um Akzeptanz und Toleranz. Um Wahrheit und nichts als die Wahrheit. - Vor mehr als zweihundert Jahren wurden die Weichen gestellt für die Welt von heute.

 

 

Wieviel Streit brauchen wir?

Zwischen 16. und 30. Juli 2016 stellen sich die Internationalen Gluck-Opern-Festspiele dem brisanten Thema.

Ausgehend vom richtungsweisenden Pariser Opernstreit, der in den Siebziger Jahren des 18. Jahrhunderts zwischen Christoph Willibald Gluck und Niccolò Piccinni ausgetragen wurde, spannt sich der programmatische Bogen von den folgeschweren Debatten der Vergangenheit über Musiktheater, Konzert, Tanz und Performace bis zur modernen Informationsgesellschaft. Herausragende Künstlerpersönlichkeiten unserer Zeit und renommierte Orchester präsentieren im facettenreichen Ambiente der Europäischen Metropolregion Nürnberg Kostbarkeiten der Musikgeschichte. Und der Musikgegenwart.

 

Programm

Es war ein denk- wie gleichermaßen nachdenkwürdiges Jahrhundert, in das Christoph Willibald Gluck (1714 - 1787) hineingeboren wurde. Als es beginnt, liegt das Abendland seit mehreren Jahrhunderten mit dem osmanischen Reich im Krieg. An seinem Ende wird die Dampfmaschine erfunden sein. Der erste Heißluftballon überwindet die Schwerkraft. Das Toleranzpatent sichert die Gleichheit aller Glaubensrichtungen. Amerika erklärt seine Unabhängigkeit. Und in Paris rollen die Köpfe der Potentanten... In dieser wechselvollen Zeit suchen Philosophen, Künstler, Staatsmänner, Freigeister und Wissenschaftler nach neuen Erkenntnissen und Einsichten. Traditionen werden hinterfragt, die Grundfeste konventioneller Gedankengebäude geraten ins Wanken.

Nicht spurlos geht der geistesgeschichtliche Umbruch an der Musik vorbei.

Von der Abendunterhaltung des Adelsstandes wandelt sich die Oper mehr und mehr zum Spiegel der gesellschaftlichen Veränderungen, die sich in ganz Europa anbahnen. Leidenschaft statt Schöngesang, Inhalt statt Form fordert Christoph Willibald Gluck und holt den Menschen aus Fleisch und Blut zurück auf die Bretter, die angeblich die Welt bedeuten.

Viele seiner bedeutendsten Opernschöpfungen sowie eine seiner wegweisenden Tanzkreationen sind bei den Internationalen Gluck-Opern-Festspielen 2016 zu erleben.

Zu den weiteren Höhepunkten zählt die deutsche Erstaufführung von musiktheatralen Werken seiner nicht weniger innovativen Zeitgenossen Niccolò Piccinni und Luigi Cherubini.

Musiktheater, Tanz, Konzert und Performance  -  Gemeinsam mit internationalen Kooperationspartnern entführen die Internationalen Gluck-Opern-Festspiele zwischen 16. und 30. Juli 2016 in eine Epoche, in der mit jedem Gedankenschritt Neuland getreten wurde.

Unter diesem Link finden Sie das vollständige Programm.